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Die Grafen von Sayn
Eine erste ungesicherte Nennung der Grafen von Sayn
findet man bereits im 10. Jahrhundert. Sie waren vermutlich Untergrafen
der Pfalzgrafen im Auelgau. Mit den Brüdern Graf Eberhard und Graf
Heinrich von Sayn finden die Vorfahren der heutigen Fürsten zu
Sayn-Wittgenstein 1139 erstmals urkundliche Erwähnung. Sehr bald erweitern sie den saynischen Einflussbereich vom Mittelrhein in die Region um Bonn und Köln. Den größten Zuwachs erfährt der Herrschaftsbereich Anfang des 13. Jh. unter Graf Heinrich III., dem Großen, dessen Frau Mechthild, Tochter des Wettiner Grafen Dieter von Landsberg, weitere bedeutende Territorien am Rhein einbringt. 1205 wird Bruno von Sayn Erzbischof von Köln. Schon zu Lebzeiten der Großen Heiligen (1207–1231) bestanden enge Beziehungen zu dem Sayner Grafenpaar Heinrich III. (um 1193–1247) und Gräfin Mechthild von Landsberg (um 1203–1285). Mechthilds Mutter Jutta von Thüringen war eine direkte Kusine von Elisabeths Mann, Landgraf Ludwig IV. von Thüringen. Da Mechthilds Vater Graf Dieter schon 1207 verstarb, verbrachte sie wohl einen Teil ihrer Kindheit am Thüringer Hof, wo auch die etwa gleich alte Königstochter Elisabeth von Ungarn seit ihrem 4. Lebensjahr als Verlobte Ludwigs lebte. Als Mechthild bereits um 1215 Heinrich III. von Sayn heiratete, brachte sie das umfangreiche thüringische Erbe am Rhein mit in die Ehe. Elisabeth wird ihre Verwandten in Sayn mehrfach besucht haben. Als sie ihr drittes Kind erwartete, bestimmte sie, dass, sollte es ein Sohn werden, er in das neben Sayn liegende Kloster Rommersdorf aufzunehmen sei. 1218/19 begleitete Heinrich III. Elisabeths Vater, König Andreas II. von Ungarn, bei dem Kreuzzug nach Ägypten. Nach dem frühen Tod ihres geliebten Mannes geriet die 20-jährige Elisabeth zusehends unter den Einfluss ihres Beichtvaters Konrad von Marburg. Mit oftmals grausamer Strenge zwang er sie zum Verlassen ihrer drei Kinder und zu absolutem Gehorsam. Ihre tiefe Frömmigkeit und Selbstaufgabe führte auch zu unlösbaren Konflikten mit der Familie ihres Mannes. Es liegt nahe, dass ihre Kinder einige Jahre bei Heinrich und Mechthild von Sayn Schutz und Zuflucht fanden. Das mag den tödlichen Konflikt zwischen Konrad von Marburg und Heinrich von Sayn erklären. Der päpstliche Inquisitor klagte Heinrich III. von Sayn, einen der mächtigen Herrscher der damaligen Zeit, ohne erkennbaren Grund der Ketzerei an, was einem Todesurteil gleichkam. Erst auf Intervention von Papst und König wurde Heinrich freigesprochen. Konrad bezahlte dafür mit seinem Leben. Er wurde 1233 von Heinrichs Mannen erschlagen. Siehe-> Ketzerprozess gegen Heinrich III Als Heinrich in der Silvesternacht 1246/47 in Sayn starb, ging nicht nur seiner Gemahlin Mechthild, sondern auch Elisabeths Kindern ein wichtiger Beschützer verloren. Daher stellte Papst Innozenz IV. 1249 in zwei gleich lautenden und am gleichen Tag verfassten Urkunden sowohl Mechthild als auch Elisabeths Tochter Sophie von Brabant unter seinen persönlichen Schutz. Das beeindruckendste Zeugnis der engen verwandt- und freundschaftlichen Beziehungen zur Hl. Elisabeth und Ihren Kindern findet man in der um 1300 von dem rheinischen Dichter Zilies von Seine aufgeschriebenen Totenklage auf Heinrich von Sayn, in der 21 adelige Damen den Tod dieses großen Mannes beklagen - darunter auch an 4. Stelle Sophie von Brabant, die älteste Tochter der Heiligen. Sie wird hier nicht nur als "von Seyn" bezeichnet, sie selbst nennt sogar Heinrich von Sayn ihren „Vater“: Sophia von Seyn, hertzogynne zu Brabantt: O herr Gott, der mich geschoiff, erhor myns hertzen yamers roiff, hy lygt de lebe vader myn, erbarme dich gott over de sele syn. Im Hochdeutschen: Sophie von Sayn, Herzogin zu Brabant: Oh Herrgott, der mich geschaffen, erhör meines Herzens Jammerruf, hier liegt der liebe Vater mein, erbarme dich, Gott, der Seele sein Mechthild fand ihre letzte Ruhestätte in dem von ihr gegründeten Kloster Seyne (Sion) in Köln. Sophie von Brabant ruht in dem Kloster Villers la Ville bei Lüttich, dessen Abt zu Anfang des 13. Jahrhunderts Karl von Sayn war, vermutlich ein Onkel Heinrichs III. Quellen: M. Werner, Sankt Elisabeth; TH. Bohn, Gräfin Mechthild von Sayn; J. Halbekann, Die älteren Grafen von Sayn; H. Gensicke, Totenklage Die Grafen von Sayn aus dem Hause Sponheim Als Heinrich III. kinderlos stirbt, fällt das saynische Erbe an seine Schwester Adelheid, die mit dem Grafen Gottfried III. von Sponheim verheiratet war, einem Nachkommen des Grafen Stephan von Sponheim, der erstmals 1052 genannt wird. Die neuen Grafen von Sayn aus dem Hause Sponheim teilen 1294 die Grafschaft unter den Brüdern Johann, der Sayn erhält, und Engelbert, der die Marienburg in Vallendar übernimmt. Die ältere Linie regiert in Sayn, Hachenburg und Altenkirchen bis sie mit Graf Heinrich IV. von Sayn-Sayn 1606 im Mannesstamm erlischt. Quelle: http:\\www.sayn.de |
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